Herausforderung Alltag- wie wir das Leben trotzdem feiern

Samstag, 7. Juli 2012

Kräuterwanderung


vor einigen Monaten habe ich meiner Freundin zum Geburtstag eine Kräuterwanderung geschenkt. Und gestern war es nun soweit.


Überall durften wir sammeln und kosten.

Diese gelben Knöpfchen sind z.B. Olivenkraut. Soll wohl im Prosecco gut schmecken- ich fand den Duft allerdings nicht so prickelnd.




Von den Taglilien haben wir die Knospen gegessen, die ein wenig an die Schoten der Erbsen erinnern, aber im Nachgeschmack eher pfeffrig sind.



Interessant fand ich die Süßdolde. Wenn man auf den Stiel kaut, hat man das Gefühl an eine Flasche Ouzo zu nippen - total lakritzig.



Zwei Stunden waren wir unterwegs und es war total interessant. Vor allem kommen dann ja von den einzelnen Teilnehmern auch noch die diversen Tipps was man alles kochen oder auch an Ölen herstellen kann.

Die Teilnehmer fand ich sowieso sehr interessant.

Es kam u.a. ein junger Mann, der eine Kippe nach der anderen im Mund hatte und aussah wie ein polnischer Bauarbeiter. (fragt mich nicht wie man einen polnischen Bauarbeiter erkennt, ich zumindest hatt sofort eine solche Assoziation) Nun fragte ich mich was macht ein polnischer Bauarbeiter bei einer Kräuterwanderung?

Dann war da ein etwas älteres Paar. Nicht so eine ansprechende äüßerliche Erscheinung, hier assoziiert "man" ein entsprechendes wohnliches Umfeld, TV und PC.

Die restlichen Mitwanderer waren z.T. gut ausgerüstete Gärtnerinnen, wie wir sie aus den Zeitschriften kennen.

Tja und dann waren wir unterwegs. Und dieses ältere Paar hat von dem eigenen Garten mit den historischen Rosen gesprochen und was sie schon alles mit Kräutern gemacht haben und schon teilgenommen haben.

Der junge Mann war total interessiert und sammelte eifrig mit. Was sein Hintergrund war habe ich nicht so wirklich herausgefunden.

Und wieder mal dachte ich bei mir wie schnell man die Menschen doch in Schubladen steckt und wie schön es ist überrascht zu werden, was sich anderes hinter ihnen verbirgt.


Manchmal ist es ganz anders als es scheint und das finde ich klasse. In diesem Bereich möchte ich immer mehr lernen den Menschen eine Chance zu geben, aus meinem Sortierkästchen auszubrechen.

Schließlich möchte ich auch in keinem solchen landen.

Wie geht es euch damit?

So- nu grillen wir noch ne Runde und freuen uns an dem fetten Sonnenschein ,an einem eigentlich mit Regen vorhergesagten Tag und Abend.

Machts euch fein-
Ina







Kommentare:

  1. Liebe Ina,
    ehe wir heute zu einer Taufe ans nahegelegene Flüsschen aufbrechen (ein Ereignis, auf das ich sehr gespannt bin und über das ich mich alle maßen freue! - weil es unsere zukünftige Schwiegertochter betrifft :)), muss ich dir unbedingt noch schreiben.

    Vielen dank für deine ermutigenden Worte bei mir. Das tat gut. Man/frau hat manchmal so Zeiten ...

    Aber was ich total spannend und schön finde, ist dein Bericht über die Kräuterwanderung. Ach, gern würde ich so etwas einmal mitmachen. Wir haben in der Nähe ein kath. Kloster, darin befindet sich ein Kräutergarten, den man besuchen kann, auch ein Lädchen dazu. Es ist so schön, dort zu verweilen.

    Deshalb kann ich mich gut in dein Erlebnis hineindenken und -schnuppern+schmecken :).

    Auch was du über die "Einteilung" von Menschen in "Schubläden" schreibst - oh, wie recht hast du und wie muss ich mich auch da immer wieder beugen und innerlich um Vergebung bitten. Vorurteile sind so schnell bei der Hand.

    Aber wie schön ist es doch, wenn "jemand" in uns das Herz anschiebt und zeigt und flüstert: Schau doch mal richtig hin bzw. - dahinter.

    Sei von ganzem Herzen lieb gegrüßt - und hab einen gesegneten Sonntag!
    Gisa

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  2. Liebe Ina!
    Es freut mich so sehr und von ganzem Herzen, dass du soooooo einen schönen und bereichernden Tag hattest!!!

    Und, mal wieder voll ins Schwarze getroffen, liebe Ina!!!
    Auch ich wurde gerade wieder mal heftigst beim Schubladenenken ertappt :-(
    Ich war mit einer Freundin auf dem Zeltplatz, jemanden besuchen, als mir dann eine gute Bekannte von ihr, die Ärztin ist, vorgestellt wurde. Und ich war leicht irritiert und sprachlos, denn sie entsprach so gar nicht meiner Vorstellung von einer Ärztin (und das lag nicht nur daran, dass wir auf einem Zeltplatz waren!!!)Ihre ganze Erscheinung passte einfach so gar nicht zu meinem Bild von einer Ärztin!!! Oder, der immer sehr leger gekleidete Bekannte aus meiner Gemeinde, der, wer hätte das gedacht, als Manager einer echt großen Firma tätig ist...
    In solchen Momenten bin auch ich oft tief berührt und traurig, weil ich merke, wie schnell ich dabei bin, Menschen im Schnelldurchlauf abzuscannen, zu bewerten und zu be- und oft auch zu verurteilen :-(
    Schmerzlich, sehr schmerzlich hat mich eine Gesprächsrunde in meiner alten Gemeinde mal getroffen.
    Es ging darum, dass ein Mann, der halbseitig gelähmt ist, und kaum noch sprechen kann, an der Eingangstür steht und die Gottesdienstbesucher begrüßt.
    Ob man da keinen "besseren" gefunden hätte...
    Tränen liefen mir über die Wangen, als ich mit Tränen erstickter Stimme zu erklären versuchte, dass dieser Mensch als Abteilungsleiter einer echt großen Firma tätig war und Sonntag für Sonntag, voller Wärme und Liebe an der Tür stand, jedem die Hand schüttelte und ihm mit einem Lächeln auf dem Gesicht begrüßte, bevor eine "eigentlich harmlose Operation" mehrere Schlaganfälle auslöste und somit sein ganz Leben von einem auf den anderen Tag veränderte.
    Er kämpfter hart, um überhaupt wieder gehen und wenigstens etwas sprechen zu können. Seine Frau, die ihm voller Liebe, Fürsorge und ganzer Hingabe zur Seite stand, starb nur ein Jahr später an Krebs und somit lebt er nun in einem recht kleinem Zimmer in einem Pflegeheim (voher hatte er ein riesiges und wunder wunder schönes Haus)
    Eines seiner grössten Wünsche war es nun, wieder an "seiner" Tür zu stehen, und, die Gemeinde erfüllte ihm selbstverständlicher Weise diesen Wunsch und freute sich von ganzem Herzen mit und an ihm über jeden noch so kleinen Fortschritt, den er sich sooooooooooo hart erkämpfte!!!
    Nein, für "unsere" Tür gibt es niemanden besseres als ihn!!!
    Aber, für Neue, Außenstehende stellte sich die Situation natürlich gaaanz anders da!!!
    Was es mich so ganz persönlich angeht, ist es gerade sowieso mein Thema!!!
    Nach einer echt guten Zeit, mit supertollem und richtig gut bezahlten Job nun arbeitslos und in einer ganz anderen Schublade.
    Bin ich deswegen jetzt ein anderer Mensch und vielleicht sogar weniger wert???
    Vielleicht sollten wir uns diese Frage öfter mal stellen, bevor wir unser Gegenüber in unsere beliebten Schubladen stecken, denn ist er erstmal darin, kommt er da ja auch, egal was er dann tut oder lässt, so schnell nicht wieder raus...

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