Herausforderung Alltag- wie wir das Leben trotzdem feiern

Donnerstag, 19. August 2010

eine kleine Begebenheit

Da es leider mit den Bildern im Moment nicht so klappt, möchte ich euch von einer kleinen Begebenheit erzählen die ich in der Renovierungszeit erlebt habe.

In so einer Zeit muss man ja des öfteren zu einem Baumarkt. Nun- auch wir waren mal wieder auf dem Weg dort hin. Aufeinmal fiel meinem Mann ein das wir nach einer speziellen Sache auch noch einmal in einem Laden schauen könnten der dort ganz in der Nähe war.

Da die Strassenführung dort etwas kompliziert ist und wir natürlich wenig Zeit hatten, fuhr mein Mann in eine Strasse die mir als "Nebenstrich" bekannt ist.

Das sagte ich ihm und er meinte das es bestimmt nur 2-3 Frauen sind die dort stehen und eine große Abkürzung um eben zu diesem besagten Laden zu kommen.

Also fuhr er hinein. Die Strasse machte eine Kurve und an diesem langen Stück stand eine Prostituierte neben der anderen.

Was soll ich sagen wie es mir ging? Ich würde mal sagen das ich natürlich sehr froh sein kann das mein Mann nicht wusste wie viel dort los ist, wobei ich da auch nie meine Zweifel hatte.

Aber ich muss sagen das ich mich nicht wirklich froh gefühlt habe. Da vor uns einige Autos fuhren in denen interessierte Männer saßen, fuhren diese auch entsprechend langsam.

Das heißt das wir in einem Schneckentempo hinter diesen Wagen herfuhren. Ich hätte mich verkriechen können, denn die Blicke der Prostituierten mir gegenüber waren nicht gerade entspannt.

Ich sagte nur "schitt- ich will weg hier" Aber wie- vor uns war eine lange Schlange. Mein Mann immer nur- "das tut mir leid, das wusste ich nicht"

Zwischendurch musste ich wieder total lachen. Mein Gesichtsausdruck wechselte zwischen diesen beiden Stimmungen.

Aufeinmal scherte mein Mann aus und nutzte eine Lücke um aus dieser Freierschlange auszubrechen.
Wie in einem Krimi quitschten die Reifen und wir waren weg- waren somit aber noch mehr auffällig.

Wahrscheinlich haben sich die Damen über uns amüsiert. "ein spießiges Pärchen fuhr mit vor Peinlichkeit niedergeschlagenenen Augen durch den Straßenstrich"- die könnte am anderen Tag in der Zeitung gestanden haben.

Es war für mich als Frau keine angenehme Situation.

Es standen die unterschiedlichsten Damen dort.

Frauen denen man ansah wie kaputt sie letztendlich schon sind, Frauen denen man den Drogenkonsum ansah, ganz junge Mädchen- die gerade mal in der Pubertät waren oder auch junge Frauen die aussahen als würden sie gerade einem Ferienjob nachgehen.

Aber was mich am meisten berührt hat waren die hochmütigen, stolzen Gesichter der Frauen die damit ein Stück ihrer Würde zu bewahren versuchten.

Diese Blicke sind mir sehr lange nachgegangen und ich hoffe das ich sie nie vergessen werde.

So bin ich auf der einen Seite umso dankbarer für all das Schöne mit dem ich mich umgeben kann, aber auf der anderen Seite würde ich gerne gerade in solchen Bereichen Hoffnung weitergeben.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

Ina

Kommentare:

  1. Hi Ina,

    What a story. On the one hand it made me LOL, but on the other hand it made me think. We have streets like this in Holland as well... I can imagine you felt uncomfortable. I would have too!!!

    Wishing you a happy evening!

    Lieve groet, Madelief

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  2. Hallo Ina, über 5 Ecken bin ich auf deine Seite gekommen und richtig angetan von deiner freundlichen Art zu erzählen. Das klingt alles so natürlich und ich habe mich gleich angesprochen gefühlt. So habe ich deinen Blog mit zu mir genommen. Wünsche dir ein sonniges und entspanntes Wochenende trotz sicherlich noch so mancher Arbeit, lass mal liebe Grüße da ulrike-kristin

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  3. Liebe Ina,

    Deine Gefühle kann ich gut nachvollziehen. Und die Gefühle der Frauen hast Du auch sehr gut erkannt. Aber bist Du sicher, daß Du wirklich böse gemustert wurdest? Ich habe nämlich andere Erfahrungen gemacht. Durch eine Freundin hatte ich Berührung mit dieser Szene (nein, ich habe da natürlich nicht gearbeitet, lach) und machte eigentlich die Erfahrung, daß die meisten Prostituierten durchweg freundlich und aufgeschlossen waren. Gut, die wußten natürlich auch daß ich ihnen nichts streitig machen wollte. Zwischen den Damen herrscht sicherlich ein harter Konkurrenzkampf und ob es da echte Freundschaften gibt ist bestimmt selten, dafür sorgt ja schon der Konkurrenzdruck. Naja, jedenfalls wurde ich nie böse behandelt, wenn ich meine Freundin besucht habe; aber trotzdem bin ich sehr froh, daß die sich mittlerweile einem geregelten Leben zugewendet hat.

    Ganz liebe Grüße,
    Tanja

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